Kurznachrichten
vergeben
Erfreuliche Neuigkeiten gibt es vom Pankower Schloß Schönhausen
zu berichten. Nach jahrelangem Dahindümpeln und nur notdürftigen
Erhaltungsmaßnahmen hat nun die Stiftung Preußische Schlösser und
Gärten die Verwaltung des Gebäudes übernommen. Zwischenzeitlich
bedroht von verschiedenen, die Öffentlichkeit aussperrenden
Nutzungsabsichten durch die Bundesakademie für Sicherheit oder als
zeitweiliger Sitz des Bundespräsidenten, ist die Stiftung ein wahrer
Glücksfall für Schloß und Pankow. Sie wird sich um die lange
überfällige Sanierung des Schlosses kümmern, das in seiner jetzigen
Form seit dem 18. Jahrhundert nahezu unverändert erhalten ist, und
dafür sorgen, daß mit der geplanten Eröffnung 2009 ein überzeugendes
Museumskonzept Besucher anlockt. Die Kosten für die Sanierung, ca.
8,6 Millionen Euro, teilen sich der Bund und das Land Berlin, das
dazu hoffentlich mit Erfolg auf verschiedene
Förderprogramme zurückgreifen will, um den Haushalt nicht zu
belasten.
verplant
Ein Gestaltungsplan für den ehemaligen Luisenstädtischen Kanal
hing an der Wand, als der Luisenstädtische Verein Anfang März in die
Thomaskirche lud, um mit den zuständigen Behörden das Konzept für
den Mauerstreifen zwischen Engel- und Bethaniendamm zu sprechen. Es
sollte wohl eine beschauliche Veranstaltung zum Abnicken des
Vorhabens werden. Doch dazu kam es nicht. Denn das Publikum bestand
zum überwiegenden Teil aus Anwohnern, die zum Protestieren
erschienen waren. Man werde eine pittoreske Gartengestaltung und ein
weiteres Schickmachen der Gegend nicht dulden. Stattdessen sollen
Wildwuchs und Zerfall sowie selbstbestimmte Nutzung und Gestaltung
zugelassen werden. Bald lag der bunte Plan zerknüllt am Boden,
Veranstalter und Protestierende stritten sich über Fragen von
Hausrecht und wer denn hier Gewalt ausübe. Doch dann wurde in
kleinen Gruppen intensiv diskutiert, über faktenschaffende
Planungsverfahren und Erinnerungskultur. Jetzt wollen die Gegner der
offiziellen Gartenplanung eigene Ideen sammeln, diskutieren und dann
präsentieren.
verschwiegen
Dem Bau eines 175-Meter-Riesenrads auf dem Gleisdreieck-Gelände
kamen nicht nur Anwohnerproteste, sondern auch Erweiterungspläne des
Museums für Technik in den Weg. Letztere nicht zufällig, sondern mit
dem Ziel, das Karussell zu verhindern. Nun kündigte
Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer Stillschweigen über die
weiteren Standortverhandlungen für das Projekt an. So soll
anscheinend das Aufkeimen erneuten Protests verhindert werden.
Vorbildlicher Politikstil, kann man da nur noch sagen ...
verdreht
Workstation und ak kraak haben dem Hausprojekt in der Kreuzberger
Yorckstraße 59 ein filmisches Denkmal gesetzt: Der Clip y59 läuft in
der Werberolle vieler Berliner Kinos. Darin wird anhand des
Schicksals der Yorck 59 zur Unterstützung selbstverwalteter linker
Strukturen aufgerufen. Die Handlung des anderthalbminütigen Clips
mutet allerdings etwas konstruiert an: Ein Polizist konsultiert eine
Therapeutin, weil er nicht verwinden kann, an der Räumung des
Hausprojektes beteiligt gewesen zu sein. Da die Räumung aber
glücklicherweise noch gar nicht erfolgt ist, soll der Zuschauer
erfahren, daß er immer noch an der Gestaltung seines Lebensraumes
mitwirken kann.
termine
* Als „Luxus der Leere" werden im Film Nicht mehr – noch nicht
brachliegende Grundstücke und leerstehende Gebäude bezeichnet. Diese
Auseinandersetzung mit Hintergründen des Leerstands, mit
Möglichkeiten und Problemen der Aneignung solcher Räume wird in der
zweiten Aprilhälfte erneut im Lichtblick-Kino in der Kastanienallee
77 zu sehen sein, am 30. April um 16 Uhr sogar in Anwesenheit der
Filmemacher.
* Am 7. April um 19 Uhr veranstaltet das Interkulturelle
Frauenzentrum S.U.S.I in der Linienstraße 138, Mitte, einen Vortrag
mit anschließendem Gespräch unter dem Titel „Migrantinnen in
häuslicher Gewalt. Chancen und Grenzen der Gesetze".
* Am 7. April tagt im Roten Rathaus der 1. Internationale
Anti-Graffiti-Kongreß unter der Schirmherrschaft von Klaus Wowereit.
Eine Gegendemonstration gibt's natürlich auch: am selben Tag um 14
Uhr unter dem Motto „Graffiti ist kein Verbrechen" am Mauerpark,
Prenzlauer Berg.
scheinschlag hofft
auf Unterstützung für seinen Herausgeber, den gemeinnützigen VBD
e.V. Spenden bitte auf das Vereinskonto 608005906, BLZ 86010090 bei
der Postbank Leipzig. Die Adresse des edlen Spenders bitte an den
VBD e.V., Ackerstraße 169/170, 10115 Berlin oder
info@scheinschlag.de. Bei einer Spende ab 50 Euro gibt's als
Dankeschön ein Jahresabo des scheinschlag.
scheinschlag sucht
weiterhin Leute, die über Stadtentwicklung und Stadtpolitik
schreiben können und wollen: Bezirkspolitik von oben wie von unten,
Umstrukturierungen der Arbeitswelt, Stadtentwicklungstendenzen,
außergewöhnliche Kulturprojekte und den gesellschaftlichen Wandel in
Berlin. Bei Interesse wendet euch bitte an die Redaktion: fon
28599063,
e-post info@scheinschlag.de
scheinschlag lädt ein
zum Offenen Autorentreffen ins Café Village Voice, Ackerstraße
1a. Über künftige Autoren, Fotografen und Illustratoren freuen wir
uns, auch Neugierige sind willkommen. Das nächste Treffen findet am
Sonnabend, dem 2. April, um 14 Uhr statt.