Hamburger Abendblatt


Hamburg

Bauwagendemo: In der City drohen Staus


Die linke Szene ruft am Wochenende nach der Räumung des Bauwagenplatzes Wendebecken zu einer erneuten Demonstration für den Erhalt solcher Plätze auf. Der Zug mit 800 Teilnehmern soll am Sonnabendnachmittag durch die City führen. Mit Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen. Die Polizei kündigte an, massiv präsent zu sein.

Zuvor gibt es am Mittag in der Neustadt eine Solidaritätskundgebung für ein linkes Wohnprojekt in Berlin, zu der auch Teilnehmer aus der Hauptstadt anreisen sollen - nach Informationen aus Sicherheitskreisen allerdings keine gewaltbereiten "Autonomen" in größerer Zahl. Wie schon die Demonstration am Mittwochabend im Schanzenviertel beobachten die Sicherheitsbehörden diese Aktivitäten derzeit genau: Bei der Randale nach der Demo hatte es 38 Festnahmen gegeben, darunter viele unpolitische, aber gewaltorientierte Jugendliche. Als eher unwahrscheinlich gilt, dass der Wendebecken-Platz so wie die Bambule-Räumung 2002 jetzt Anlass für eine Serie von teils gewalttätigen Demonstrationen wird, die Hamburg monatelang beschäftigen könnten. Bereits der Versuch, die Szene gegen das Bauprojekt Schanzenturm zu mobilisieren, schlug bislang fehl. Krawallmacher waren während des Schanzenviertelfests Ende August (wir berichteten) nach Verfassungsschutz-Erkenntnissen unter Linksextremen als "unpolitische Spaßrandalierer" kritisiert worden. cd

erschienen am 11. September 2004 in Hamburg

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