hausbesuch bei besitzer/verwalter der yorck59
von - 01.12.2004 15:34
am 29.10.04 wurde dem besitzer und der hausverwaltung der yorck59 ein besuch mit sprühaktion, kleber und fischen abgestattet.
hausflur der hausverwaltung in der kantstr.134
den bewohnerInnen hinterließen sie folgende erklärung:
sehr geehrte bewohnerInnen der Mommsenstr. 9 und der Kantstr. 134
heute haben wir ihren hausflur und vor den wohnungen von Marc Walter (mommsenstr. 9) und Boris Gregor Marweld (kantstr.134) mit den Parolen ?yorck 59 bleibt?, ?die häuser denen, die drin wohnen? und ?miethaie zu fischstäbchen? verschönert. damit sie nachvollziehen können, warum wir zu diesen radikalen mitteln greifen , haben wir im weiteren einen text angehängt, aus dem sie entnehmen können, welche unangenehmen menschen und firmen mit ihnen unter einem dach wohnen. die miethaie walter und marweld mussten mit stinkenden fischen vorlieb nehmen. für die reinigungskosten im hausflur wenden sie sich bitte vertrauensvoll an marc walter bzw. boris gregor marweld.
freundlichst ihre ?unterstützerInen für bedrohte hausprojekte fisch-front berlin?
das hausprojekt yorck 59 befindet sich in der yorckstrase 59 im bezirk kreuzberg, im hinterhaus eines schönen alten backsteinbaus, die vier fabriketagen wurden 1989 von einer gemeinschaft linker wohngruppen gemietet und selbstständig ausgebaut. seit 15 jahren leben und arbeiten dort kollektiv, solidarisch und selbstbestimmt 60 menschen im alter von 0 bis 43 jahren, darunter 10 kinder. außer den großen wohngemeinschaften bietet das projekt yorck 59 auch raum für politische initiativen , z.B. die ARI (anti-rassistische initiative), das radioprojekt Onda, den infopool lateinamerika Poonal, das Anti-Hartz-Bündnis und diverse internationalistische Gruppen sowie ein atelier. in der veranstaltungsetage befindet sich die DRUZBAR, hier gibt es jeden 1. und 3. Montag im monat leckeres essen und getränke zum selbstkostenpreis. diese etage wird seit vielen jahren von nicht kommerziellen sport-und theatergruppen und für partys, ausstellungen und politische veranstaltungen genutzt.
das hausprojekt stellt also eine wichtige infrastruktur für die nachbarschaft und die linke (sub-) kultur dar. doch nach den vorstellungen der neuen hauseigentümer soll dies ein ende haben.
im sommer 2003 geriet das haus in zwangsversteigerung, da der letzte alte besitzer pleite gegangen war. das hausprojekt versuchte daraufhin das haus mit hilfe der genossenschaft ?freiburger miethäuser syndikat? selbst zu kaufen. doch die zwangsverwaltende bank verkaufte das haus im dezember 2003 an dem hausprojekt vorbei.
der neue eigentümer, marc walter, mommsenstr. 9 gründete die ?yorckstrasse 59 gbr? mit sitz in der kantstrasse 134. nach seinen vorstellungen soll das haus schick renoviert werden, um so horrende mieten zu kassieren. die neue hausverwaltung, ?bau-partner GmbH?, die auch in der Kantstrase 134 sitzt, ging von anfang an auf konfrontationskurs. sie versucht, teile der sanierungskosten auf die mieterInnen des hausprojektes umzulegen wegen angeblicher selbstverschuldung..
der neue hausverwalter, boris gregor marweld, ebenfalls kantstraße 134, lässt wöchentlich die politischen plakate in den hofdurchgängen der yorck 59 beseitigen, die kosten versucht er auf die anwohnerInnen abzuwälzen und untersagt den mieterInnen die nutzung der höfe. verhandlungen der mieterInnen und der hausverwaltung scheiterten. im september 2004 sind die alten mietverträge ausgelaufen und prompt verlangt der neue vermieter Marc Walter jetzt eine 55% höhere nettokaltmiete. nach fünf weiteren jahren ist mit weiteren mieterhöhungen zu rechen. das ist für die bewohnerInnen und die anderen nutzerInnen nicht zu bezahlen. auf das angebot der mieterInnen das gebäude von Marc Walter zu kaufen wurde nicht reagiert. jetzt droht den mieterInen die zwangsräumung .
seit monaten machen die bewohnerInnen der Yorckstraße 59 mit vielfältigen aktionen auf ihre situation aufmerksam, ohne dass der vermieter oder die hausverwaltung zu zugeständnissen bereit sind.
weitere informationen zu dem Hausprojekt yorckstraße 59 und den nutzerInnen finden sie unter
www.yorck59.net
soweit die erklärung,
also dann
die fetten jahre sind vorbei
wir kommen wieder ? keine frage
solidarität mit der Yorck 59
