Schöne Bescherung: Vermieter ließ zu Weihnachten
Eingänge von linkem Wohnprojekt in Berlin versperren
Die Bewohnerinnen und Berwohner des linken
Projekts Yorckstraße 59 in Berlin sollen raus aus dem Haus.
Das zumindest ist das erklärte Ziel des neuen Hausbesitzers
Marc Walter. Seit Dezember 2003 gehört ihm das Gebäude, in dem
sich seit 1989 das linke Wohnprojekt befindet. Seitdem ließ er
sich einiges einfallen, um die Bewohner zu drangsalieren.
Drastische Mieterhöhungen, durchgeschnittene Telefonkabel, das
Aufkündigen des Nutzungsrechtes für den Innenhof und
zerstochene Fahrradreifen gehörten zum Repertoire.
In
der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember ließ Walter nun die
Fluchttüren des Hinterhauses durch eine Firma aufbrechen.
Anschließend mauerten die Arbeiter sowohl die Fluchtwege als
auch die Zugänge zur Veranstaltungsetage des Hausprojektes und
zu den Büros verschiedener Gruppen, zum Beispiel der
Antirassistischen Initiative, zu. Zur Zeit können diese
Räumlichkeiten nicht genutzt werden. Das soll wohl auch so
bleiben, denn an den Mauern befinden sich Zettel mit der
Aufschrift: »An diesen Räumen wird ein Vermieterpfandrecht
geltend gemacht – Pfandumkehr ist strafbar und wird zur
Anzeige gebracht.«
Walter begründet die Aktion mit dem
seiner Ansicht nach ungeklärten Mietstatus der Bewohner. Im
September war der Vertrag mit dem Mieterverein Färbung e.V.
abgelaufen. Seitdem wird ein neuer Mietvertrag von seiten der
eigens von Walter gegründeten GbR Yorckstraße 59
verweigert.
Eine Sprecherin der Yorckstraße 59 äußerte
am Montag gegenüber junge Welt: »Mitten in der Nacht still und
heimlich die Zugänge zumauern zu lassen, ist bezeichnend für
Walters Vorgehen. Aber wir werden uns auch durch solche
Maßnahmen nicht einschüchtern lassen.« Bereits in der
Vergangenheit hatten Bewohner und Unterstützer mit
Kundgebungen und Veranstaltungen auf die Situation des
Wohnprojekts aufmerksam gemacht. Angesichts des neuerlichen
Angriffs und einer zu erwartenden Räumungsklage in den
nächsten Monaten kündigte die Sprecherin weitere Aktionen
an.
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