Streit um Hausprojekt Yorckstraße 59 eskaliert
Kreuzberg
Die 60 Bewohner des Hausprojektes Yorckstraße 59 fürchten um ihre Unterkunft. Der Eigentümer des Hinterhauses hat nach Angaben der Hausverwaltung am 23. Dezember beim Landgericht eine Räumungsklage erwirkt. "Seit dem 1. Oktober ist das hier schon ein besetztes Haus", sagt Gregor Boris Marweld von der Bau-Partner Wohn- und Gewerbebauten Vermögungsverwaltung GmbH, die den alten Backsteinbau seit mehr als einem Jahr für den Eigentümer betreut. Ob und wann geräumt wird, steht noch nicht fest.
Nachdem am 30. September 2004 der Gewerbemietvertrag mit dem Verein Färbung e.V. auslief, wurde kein neuer Vertrag mit den 60 Bewohnern ausgehandelt, die nach dem Auszug des Vereins weiter als dessen Untermieter in dem ehemaligen Fabrikgebäude wohnen. Versuche einer Einigung zwischen Bewohnern und Eigentümer schlugen bislang fehl. Statt dessen eskaliert der Streit. So ließ der Eigentümer in der Nacht zu Heiligabend vier Türen von Räumen im zweiten und dritten Stock zumauern. Die Räumlichkeiten im dritten Stock wurden auch von der Antirassistischen Initiative Berlin genutzt. Nach Rücksprache mit ihren Anwälten rissen die Bewohner die Mauern wieder ein und verschafften sich Zugang zu den Räumen, die seit 24. Dezember an einen Malermeister vermietet sind. Daraufhin ließ die Hausverwaltung am 28. Dezember in Anwesenheit der Polizei die Schlösser auswechseln, die von den Bewohnern wiederum gestern ausgebaut wurden. Bezirksbürgermeisterin Cornelia Reinauer (PDS) hofft nach wie vor auf eine Einigung und trifft sich heute mit den Bewohnern.
sg