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Yorckstraße 59 im Roten Rathaus Gesprächsabsage
Wowereits an demonstrierende Bewohner des alternativen
Wohnprojekts Von Haidy Damm Rund 100
Bewohner und Unterstützer des räumungsbedrohten Wohnprojektes Yorckstraße
59 zogen gestern ins Rote Rathaus, um mit dem Regierenden Bürgermeister
Klaus Wowereit (SPD) zu sprechen. Vorgelassen wurden sie nicht. »Mit
dem Bürgermeister wollen viele sprechen«, hieß es lapidar aus der
Senatskanzlei. Zugesagt wurde lediglich, dass es eine schriftliche Antwort
des Bürgermeisters geben werde. Die Bewohner fordern nach der jüngsten
Eskalation (ND berichtete) einen Runden Tisch. In den bisherigen
Verhandlungen habe der Hausbesitzer nur unannehmbare Angebote vorgelegt.
So soll die Miete um 55 Prozent auf 3,57 Euro netto/kalt steigen. »In
jedem Fall unbezahlbar«, finden die Bewohner. Sie wollten das Haus selbst
für 760000 Euro kaufen. Auf das Angebot habe der Hausbesitzer bisher nicht
reagiert. Momentan ist das Projekt durch eine Gerichtsentscheidung vom
Montag akut von der Räumung bedroht. »Um das zu verhindern, brauchen wir
eine politische Lösung«, sagte ein Bewohner am Rande des Besuchs. Die
Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer (SPD) kündigte indes
an, im Bezirk einen Runden Tisch mit allen Beteiligten vorzuschlagen.
Vor dem Roten Rathaus beschloss die Polizei derweil, keine
Spontankundgebung zu genehmigen, da der Anlass der Demonstrierenden ja
nicht neu sei. Die Bewohner der Yorckstraße hatte früher bereits vor dem
Büro des neuen Besitzers Protest eingelegt. Nach einer weiteren spontanen
Kurzdemonstration Unter den Linden war dann Schluss. Die Polizei nahm die
Personalien einiger Demonstranten auf.
(ND 13.01.05) |