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07.02.2005 |
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| Inland |
| Ronald Weber |
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| Nicht einschüchtern lassen |
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| Yorckstraße 59 demonstriert gegen Hausverwalter
und Eigentümer in Berlin-Charlottenburg |
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»Miethaie zu Fischstäbchen« war eine der Parolen,
unter der am vergangenen Samstag mehr als 500 Demonstranten
für den Erhalt des Kreuzberger Wohnprojekts Yorckstraße 59
sowie andere alternative Projekte demonstrierten. Ende 2003
war das Haus Yorckstraße 59 an den Hamburger
Unternehmensberater Marc Walter verkauft worden, welcher
seitdem nichts unversucht ließ, die Bewohner aus dem Haus zu
treiben.
Lautstark zog die Demonstration, begleitet
von einem größeren Polizeiaufgebot, vor die Büroräume des
Hausverwalters Boris Marweld, um die Öffentlichkeit über
dessen »Wohnungspolitik« zu informieren. Direkt vor die Tür
der Hausverwaltung zu ziehen, war der Demonstration allerdings
vom Berliner Verwaltungsgericht verboten worden. Die
Persönlichkeitsrechte des Besitzers und des Verwalters müßten
geschützt werden und es wäre ein »Belagerungszustand« zu
erwarten, hieß es in der Begründung. Eine Art
Belagerungszustand erzeugte dann allerdings die Polizei, die
in der Charlottenburger Kantstraße 134, wo Marweld die
»Yorckstraße 59 GbR« unterhält, alles weiträumig absperrte und
zeitweise selbst Anwohner am Passieren hinderte. Aus dem
polizeilich verfügten »Sicherheitsabstand« heraus forderten
die Veranstalter Marweld, der sich provokativ zwei Bodyguards
vor die Haustür gestellt hatte, auf, die Schikanen gegen die
Yorck 59 zu unterlassen. Marweld hatte Weihnachten 2004 in
einer Nacht- und Nebelaktion die Zugänge zu den
Veranstaltungsetagen der Hauses zumauern lassen und einen
neuen Mieter für die Büroräume, die gegenwärtig von
verschiedenen politischen Initiativen genutzt werden,
präsentiert. Die Polizei deckte damals die widerrechtliche
Aktion des Hausverwalters. Schließlich war Marweld noch durch
körperliche Gewalt gegen Bewohner aufgefallen (jW
berichtete).
»Wir werden weiterhin Druck machen und uns
von Marwelds Mafiamethoden nicht einschüchtern lassen«,
erklärte eine Sprecherin gegenüber jW nach der Demonstration.
Mittlerweile wird wieder am Runden Tisch verhandelt, und der
Druck auf Besitzer und Hausverwalter, einer annehmbaren Lösung
zuzustimmen, steigt. Das verdeutlichte auch die Demonstration
noch einmal, auf der selbst eine Familienangehörige Marwelds
zu den Teilnehmenden sprach und ihren persönlichen Widerstand
gegen die drohende Räumung der Yorckstraße 59
ankündigte. |
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