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Mittwoch, 23. Februar 2005
York59 bleibt?
Wie steht es jetzt um die Yorck59? Wird bald geräumt oder was?
Infos zur aktuellen Haussituation
Die Yorck59 ist ein selbstverwaltetes Projekt in Kreuzberg. Dort wohnen im
Hinterhaus nicht nur 60 Menschen (darunter auch 11 Kinder) zwischen 0-43,
sondern es gibt dort auch Raum für politische und kulturelle Veranstaltungen.
Außerdem treffen sich in der Yorck59 verschiedene Gruppen, wie z.B. die
AntiRassitischeInitiative Berlin(ARI), Anti-Hartz-Bündnis, internationalistische
Gruppen, Sport- und Theatergruppen.
Seit Januar 2004 gibt es einen neuen
Hauseigentümer. Die Yorck59 GbR (Geschäftsführer Marc Walter, Mommsenstr. 9,
Büro: Kantstr. 134) kaufte das Haus von der Zwangsverwaltung, von der das
Kaufangebot der BewohnerInnen nicht berücksichtigt wurde. Neben Marc Walter trat
Boris Gregor Marweld (offiziell als Hausverwalter) seitdem in der Yorck59 in
Erscheinung. Mit Hilfe seiner Firma Bau-Partner GmbH (?zufällig? auch Kantstr.
134) ist er jetzt dabei, systematisch den Menschen im Haus das Leben zu
vermiesen. Die Schikanen reichen von zugeklebten Fahrradschlössern,
durchgeschnittenen Telefonkabeln und aufgebrochenem Briefkasten über
wöchentliches Entfernen der Plakate bis hin zu Handgreiflichkeiten gegen einen
Hausbewohner. Der Gewerbemietvertrag mit dem Hausverein Färbung e.V. endete im
September 2004, die BewohnerInnen wollten ihr Optionsrecht auf eine Verlängerung
des Vertrages ausüben. Die groß angelegte Schöner-Wohnen-Mission der neuen
Eigentümer sollte jedoch von den BewohnerInnen bezahlt werden. Eine Verdoppelung
der Netto-Kaltmiete ab Oktober 2004 wurde angekündigt. Dies alles machte es den
BewohnerInnen und Initiativen unmöglich, sich mit Marc Walter über einen
Mietpreis zu einigen. Um den Gutachter der IHK (der nach verstrichenem
Verhandlungszeitraum einen Mietpreis festlegen sollte) zu beeinflussen,
belagerten im Zeitraum um den Besichtigungstermin Marwelds Bauarbeiter das Haus
und täuschten eine aktive Sanierung vor, indem sie innerhalb kürzester Zeit
Schilder und Baugerüste aufstellten, die Treppenhäuser strichen und so das
Hinterhaus in eine oberflächliche Baustelle verwandelten. Die BewohnerInnen
wurden von dieser Bau-Attacke stark belästigt, der Gutachter zeigte sich davon
aber unbeeindruckt. Seine Festlegung einer Mieterhöhung von 55% entsprach aber
trotzdem in keinster Weise den Vorstellungen der BewohnerInnen, da sie eine
solche Miete weder zahlen können noch wollen.
Seitdem wird auf juristischem Weg versucht, die Besitzer-Firma dazu
zu bewegen, die Wohnmietverträge der BewohnerInnen anzuerkennen. Die Yorck59 GbR
legte allerdings Räumungsklage gegen den Verein Färbung e.V. ein.
Diese
Räumungsklage bekam nach der Urteilsverkündung am 23.12.04 eine unerwartete
Brisanz. Denn in diesem Urteil wurde der Vereinssitz auf das komplette
Hinterhaus festgelegt. Die Richterin hatte in ihrer Begründung außer Acht
gelassen, dass der Verein bereits ausgezogen war und dass das Wohnmietverhältnis
der BewohnerInnen berücksichtigt werden müsste. Mit diesem Urteil wäre ?
juristisch gesehen - eine Räumung ab sofort möglich. Seitdem wird versucht, auf
verschiedenen Ebenen auf Walter, Marweld, Bezirks- und Senatspolitik Druck
aufzubauen, um eine Räumung zu verhindern.
Seit dem 23. Dezember 2004 haben aber auch die Schikanen von Marweld
eine weitere Steigerung erfahren. Mittlerweile wird im Kampf um das Haus von
Seiten des Hausverwalters zu härteren Mitteln gegriffen und versucht, auch ohne
Rechtsgrundlage Tatsachen zu schaffen. In der Nacht vom 23. auf den 24.12.2004
wurde in die 2. und 3. Etage eingebrochen, wo u.a. die Druzbar stattfindet und
die ARI ihr Büro hat. An jeweils beiden Eingängen wurden Mauern hochgezogen und
die Etagen durch ein Schreiben an den Türen als ?Büro Malermeister Lampert?
betitelt. Die Polizei weigerte sich Anzeige aufzunehmen. Als die BewohnerInnen
nach Absprache mit ihren AnwältInnen die Räume wieder öffneten, rief der
angebliche neue Mieter Lampert die Polizei, die in Begleitung von Marweld
anrückte und nach längerer Diskussion die Schlösser ohne Einverständnis der
BewohnerInnen auswechselte. Am Rande des Geschehens schlug der in Rage geratene
Marweld einem Hausbewohner ins Gesicht. Später stellte sich heraus, dass die
Räume nicht ? wie von der Polizei angekündigt ? für beide Parteien verschlossen
wurden, sondern dass Marweld im Besitz der Schlüssel ist. Die Polizei hatte die
Schlüssel nämlich an Marweld überreicht und sich damit in einem ungeklärten
Rechtsstreit auf seine Seite positioniert. Der Kampf um die Etagen ging weiter.
In der Silvesternacht veranstaltete das Hausprojekt eine Party in einer der
Etagen. Durch eine Pressekonferenz, zu der auch die Büroräume wieder geöffnet
wurden, sollte die neue Brisanz im Hauskampf in die Öffentlichkeit getragen
werden. Seitdem werden die Räume wieder genutzt. Am 6.1.2005 versuchte Lampert
erneut, sich Zugang zu den Räumen zu verschaffen. Dies wurde allerdings von
BewohnerInnen und UnterstützerInnen verhindert. Die von Lampert gerufene Polizei
verhielt sich dieses Mal neutraler und riet Lampert, die Räume nicht zu
betreten. Seitdem hat die Polizeipräsenz vor der Yorck59 und bei Marweld und
Walter, die laut taz unter Staatsschutz stehen, zugenommen.
Trotzdem
waren die BewohnerInnen, NutzerInnen und UnterstützerInnen in den letzten Tagen
nicht untätig. Nicht nur durch die Pressekonferenz wurde die Öffentlichkeit
informiert, sondern auch durch zahlreiche Aktionen.
Gegenüber Marweld und
Walter war es wichtig, immer wieder vor deren Haustüren Präsenz zu zeigen (wenn
das von der Polizei nicht durch Demoverbote verhindert wurde), aber auch ihre
Attacken aufs Haus zu verhindern und dem etwas entgegenzusetzen. Deswegen fanden
zum Beispiel Kundgebungen am 19.11. und 1.12. in Charlottenburg statt. Gegen die
geplante Räumung des 3. Hinterhofes wurde eine Hoffrühstück organisiert. Bei der
Abnahme der Räume einer Medienfirma in der 1. Etage der Yorck59 erwarteten 60
Menschen Marweld, der dann gar nicht erschien.
Durch eine Aktion am 12.1. am
und im Roten Rathaus wurden die Forderungen der Yorck59 nach ihrem Erhalt und
den anderer bedrohter linker Projekte auch gegenüber dem Senat mit Nachdruck
gestellt. Der Bezirk hatte sich bereits in einer Verordnetenversammlung für sein
Engagement ausgesprochen.
Da sich die Yorck59 als Freiraum und Teil
linker Strukturen versteht, wurde die Vernetzung mit anderen (bedrohten) linken
Projekten angestrebt. Zusammen mit Projekten, wie z.B. den Wagenplätzen
Schwarzer Kanal, Laster und Hänger, dem Hausprojekt Brunnenstr. und dem
Umsonstladen, fand am 22.10.2004 eine Stadtrallye gegen Umstrukturierung durch
verschiedene Bezirke statt. Gemeinsam mit einigen dieser Projekte wurde vom 13.
bis 18. 12. in der Yorck59 eine subversive Kunst- und Kulturwoche veranstaltet.
Mit dem EKH (einem räumungsbedrohten Hausprojekt in Wien) wurde eine zeitgleiche
Kundgebung vor der österreichischen und deutschen Botschaft organisiert, um den
Erhalt beider Projekte zu fordern. Aber es gab nicht nur öffentliche Aktionen.
Marweld beklagte sich in der Berliner Zeitung über Schikanen, die er den
BewohnerInnen der Yorck59 anrechnet. So wurde sein Treppenhaus besprüht, Pizzas
auf seinem Namen bestellt, auch diverse Dinge aus Katalogen kamen bei im an.
Zeitungsabos, Verkaufsanzeigen mit seiner Telefonnummer und das Abbuchen von
2000 Euro Spenden per Lastschrift von Walters Konto waren weitere Aktionen von
UnterstützerInnen des Hauskampfes.
Das Gefallen von Walter und Marweld an der Yorck59 leidet bestimmt
unter den vielfältigen Aktionen. Nur über politischen Druck kann die Räumung
verhindert und das Projekt erhalten werden. Dazu ist es auch nötig,
PolitikerInnen auf verschiedenen Ebenen dazu zu bewegen, sich gegen eine Räumung
auszusprechen und sich aktiv für den Erhalt der Yorck59 einzusetzen. Das
Kaufangebot der BewohnerInnen steht immer noch und wird als der beste Weg zu
einer Lösung betrachtet. Es geht um mehr als Wohnraum. Es geht um ein nicht
ersetzbares politisches Projekt und den Erhalt linker Freiräume.
Der Kampf um die Yorck59 richtet sich auch gegen
Stadtumstrukturierung.
Seit einigen Wochen wird den BewohnerInnen der
Yorck59 eine direkte Räumung angedroht, aber vorher wurde versucht, diese durch
extreme Mieterhöhungen aus dem Haus zu verdrängen.
Im Zuge der Aufwertung der
Innenstadt werden Sanierungen so teuer durchgeführt, dass sich oft die
vorherigen MieterInnen die Wohnungen danach nicht mehr leisten können. Auf diese
Weise werden Menschen mit geringem Einkommen in die Plattenbausiedlungen am
Stadtrand gedrängt. Genau dagegen wehren sich gerade die Waldekiez-Initiaitve
und BewohnerInnen von GSW-Häusern.
Wir fordern bezahlbare Mieten für alle.
Wir fordern den Verkauf des Hauses an die BewohnerInnen!
Alle linken
Projekte, Freiräume und Strukturen müssen erhalten werden!
Keine Räumung!
Nirgendwo!!
Deswegen:
Macht vielfältige Aktionen! Kommt zur
Räumung!
Achtet auf Ankündigungen, kommt vorbei und seid einfallsreich.
Aktuelle Infos unter www.yorck59.net
artikel von indymedia
»22:12 »Keine
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von: oxymoron
Donnerstag, 13. Januar 2005
Bildung ist keine Ware
Am
26. Januar 2005 ist es soweit. Wir müssen damit rechnen, dass das prinzipielle
Verbot von Studiengebühren für Alle ab dem 1. Semester durch das Urteil des
Bundesverfassungsgerichts (BVG) in Karlsruhe aufgehoben wird.
Das wird
zur Folge haben, dass Bildung vom Grundrecht bald völlig zu einer Ware
verkümmert, die sich nur ein kleiner, finanziell privilegierter Teil der
Bevölkerung wird leisten können.
Massive Einschnitte und
Verschlechterungen erleben wir aber keineswegs nur an den Unis, sondern im
gesamten Bildungs- und Sozialbereich.
Unser Widerstand gilt daher nicht
nur den katastrophalen Umstrukturierungen an den Hochschulen.
Wir
engagieren uns entschieden für eine Politik, die die sozialen Bedürfnisse der
Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt, gegen Marginalisierung, Verarmung und
Vereinsamung.
URL: http://www.asta.uni-hamburg.de/norddemo/
Als
Auftakt zu einer breiten Protestwelle gegen die geplante Erhebung von
Studiengebühren in Hamburg (zunächst 500 Euro pro Semester - mittelfristig
geplant sind bis zu 2500 Euro) versammelten sich in der Nähe der S-Bahn-Station
Harburg-Rathaus ca. 40 StudentInnen der in Vergangenheit eher als unpolitisch
bekannten TUHH, um ihren Unmut kund zu tun.
Mit einem Banner
"Studiengebühren stoppen!" stellten wir uns an einer viel befahrenen Kreuzung
vor die bei Rot wartenden Autos und boten unsere Dienste als Frontscheibenputzer
an. Dabei verteilten wir Flyer mit Informationen um auf die aktuelle Situation
aufmerksam zu machen.
"Ein/e Student/in putzt
ihre Autoscheibe. Was passiert da?
Ab dem Wintersemester 2005
drohen in Hamburg Studiengebühren von Fünfhundert Euro pro Halbjahr. Das
bedeutet für alle StudentInnen eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung. Viele
von uns müssen ihr Leben neben einem aufwendigem Studium ohnehin selbst
finanzieren und kommen mit dem Geld aus einem Nebenjob gerade so aus.
Studiengebühren würden somit das Aus für viele von uns bedeuten. Nur noch Kinder
aus finanziell bessergestellten Haushalten würden sich ein Studium leisten
können.
Kann sich eine Gesellschaft eine solche Zweispaltung leisten?
Kann man ohne Gefahr für den zukünftigen Arbeitsmarkt Hunderttausende von einer
notwendigen Qualifizierung fernhalten? NEIN.
Unterstützen sie unseren
Protest. Für die Zukunft ihrer Kinder und Enkel, für die Zukunft dieser
Gesellschaft. Und damit sie an keiner Ampel mehr von StudentInnen aufgehalten
werden, die ihre Autoscheiben für ein paar Cent putzen wollen, um sich damit ihr
Studium zu finanzieren...
www.abs-bund.de
www.norddemo.de.vu"
An den kommenden Montagen soll die Aktion in Hamburg-Harburg an anderen
Kreuzungen fortgeführt werden.
Zudem findet am 18.01. ein Aktionstag
sowohl an der Uni Hamburg, als auch auf dem Campus der TU-Harburg statt. Wir
hoffen auf ständige Zunahme des Protestes.
»17:39 »Keine
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von: oxymoron
Sonntag, 26. Dezember
2004
proud to be stolz
"Ich bin
stolz, ein Deutscher zu sein!" Jawoll, denkt da so manch einer sachlich und
spürt ein freudig erregtes Zucken im Grußarm. Nee, ist doch voll faschistoid,
diese ganze Patriotisiererei und so, denken wiederum andere mit Kribbeln in der
Protestfaust. Och Gott, warum eigentlich nicht, in anderen Ländern ist man ja
auch stolz und da wohnen viel döfere Leute, geht der dritten Gruppe durch den
geräumigen Kopf. Und ohne daß es irgendjemand wirklich wissen wollte wird kurz
vor Führers Geburtstag plötzlich in den Medien mit streberhaftem Übereifer
herumdiskutiert und philosophiert, ob und wie es für uns Deutsche denn nun in
Ordnung sei, Nationalehre zu empfinden und wenn nicht warum eigentlich oder
umgekehrt.
Erfrischend unnötig. Doch vielleicht ist es ja einfach nur
längst überfällig, wieder etwas bundesrepublikanisches Selbstbewußtsein für
unsere Heimat zu entwickeln. Ja - wir wollen endlich wieder stolz sein dürfen
können sollen. Stolz auf unser deutsches Vaterland. Auch auf die Zone. Auf
unsere wunderschönen Wälder und Seen und was noch davon übrig ist. Auf unsere
Autobahnen, um die uns die ganze Welt beneidet. Auf unsere Pünktlichkeit,
Präzision und Zuverlässigkeit. Und darauf, daß wir das immer noch wirklich
glauben. Auf die etwas zu häufig zitierte Demokratie, unsere Bratwurst und
Politiker, die sich aufführen wie minderbegabte Grundschulabgänger mit
Mafia-Praktikum und trotzdem unser Vertrauen verlangen. Auf einen
knuffig-moppeligen Ex-Kanzler, der uns zeigt, daß Gerechtigkeit doch bezahlbar
ist. Darauf daß es draußen nur Kännchen gibt. Stolz auf unsere Kultur, auf
Schiller und Karl May, Goethe, die Bild-Zeitung, Max Schautzer und Beckenbauer.
Auf Naddel, Zlatko und Verona, Bobbel Becker und die Samenräuber, Blümchen und
den Artenschutz. Auf ZDF bis MKS und RTL bis BSE. Auf Dolly Buster und unsere
anschwellende Ausländerfreundlichkeit proportional zur Tittengröße. Auf den Ring
der Nibelungen und den Schwanz von Dieter Bohlen, auf die Toleranz der Dummheit
und den Schutz vor der Vernunft. Stolz auf Big Brother, den modernen
Strafvollzug und den Frieden mit den Niederlanden. Und auf mich, daß ich trotz
allem noch hier lebe und auch gar nicht unbedingt weg möchte, obwohl ich bei
meiner Geburt noch nicht einmal ein Werbegeschenk bekam. Darauf daß es mir
eigentlich scheißegal ist, welcher Nationalität ich angehöre. Und daß ich immer
noch ich selbst sein kann, wo und wann und wie auch immer. Denn falscher Stolz
ist letztendlich nur was für Leute, die selbst für einen anständigen
Minderwertigkeitskomplex zu dämlich sind.
Oliver Kalkofe
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von: oxymoron
Donnerstag, 16. Dezember
2004
brot
für die GEZ
Die Gebühreneinzugszentrale (kurz GEZ), welche
in Deutschland zur Eintreibung der Rundfunk- und Fernsehgebühren zuständig ist,
plant, ab 2007 eine zusätzliche Nutzungsgebühr für PCs zu erheben (siehe hierzu:
GEZ-Gebühr für Internet-PCs kommt). Interessanterweise reicht es für die
GEZ-Pflicht, wenn der PC über einen Internetanschluss verfügt, eine TV-Karte ist
nicht notwendig.
Die missliche Lage der GEZ erkennend, konnten
wir nicht tatenlos zusehen, und gründeten sofort den "Brot für die GEZ" e.V.,
der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die GEZ mit unserem kostbarem
Grundnahrungsmittel zu versorgen. Als uns dann auch noch das jüngste Schreiben
der GEZ mit seiner verzweifelten Wortwahl erreichte, schritten wir
selbstverständlich unverzüglich, unter Verwendung unserer sämtlichen Ressourcen,
zur Tat.
die GEZ-finanzierung des öffentlich rechtlichen
rundfunks macht sinn, und die gesetzliche grundlage dafür ist solide und
erprobt.
unlogisch ist jedoch die art und weise der einführung von GEZ
gebühren für das internet.
wie funktioniert das,
vereinfacht dargestellt, beim TV:
wenn du einen fernseher
("betriebsbereites empfangsgerät") besitzt,
könntest du theoretisch
öffentlich-rechtlichen rundfunk konsumieren, und daher besteht dann GEZ pflicht,
auch wenn du so ein weichei bist was immer nur RTL und niemals arte oder
bayrischen rundfunk schaust.
das ist auch in ordnung so, denn es dient
dem ziel, den öffentlichen rundfunk zu stärken.
ganz so einfach
auf das www übertragen konnte man das nicht, denn
1.
internetmedien kann man kaum empfangen (im sinne des rundfunkgesetzes)
2.
das angebot des öffentlichen rundfunks im web ist
minimal im vergleich zum weltweit verfügbaren gesamtinhalt.
3.
das angebot des öffentlichen rundfunks im web ist minimal im vergleich
zum zum TV und darüberhinaus sind die inhalte weitgehend deckungsgleich, z.b.
müssen tagesschau-meldungen im prinzip nur noch technisch erstellt und zur
verfügung gestellt werden, aber die meldungen selbst sind die aus der selben
redaktion wie die der TV-version.
4.
die feststellung ob
jemand "empfangsbereit" ist wird durch einen vorhandenen internetfähigen
computer in verbindung mit einem modem und
einem telefon anschluss
überprüft. eine kombination, die, wenn sich ein verbraucher querstellt nur sehr
schwer nachzuweisen liesse.
(es gibt z.b. dutzende telefonanschluss
anbieter in deutschland)
5.
ein rechner mit
"internetanschluss" wie im gesetz beschrieben langst überhaupt nicht um die
inhalte des rundfunks downzuloaden, denn davon dass jemand einen remote access
liefervertrag mit einem einwahlprovider hat, hat er noch lange keine http
browser-software installiert.
beim TV leuchtet das ein, dass
einfach unterstellt wird, wer einen TV hat
könnte damit auch was
empfangen wollen. im internet mit seinen zigtausenden verschiedenen protokollen
von dem die ARD nur 4 nutzt um inhalte anzubieten, sieht das etwas anders aus.
es gibt auch tontechnik- oder spiele-computer die auf linux basieren und
einen internet anschluss haben, aber die haben keinen bildschirm und keine
tastatur/maus, ganz zu schweigen von der möglichkeit software drauf laufen zu
lassen, die webseiten darstellen kann.
sind die nun "PCs mit
internetanschluss" oder nicht ?
geklaut bei
indymedia.de
»18:52 »Keine
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von: oxymoron
Donnerstag, 28. Oktober
2004
Großdemonstration zur Bundesagentur für Arbeit
in Nürnberg am 6. November 2004
Die Hartz-IV Gesetze treten
am 1. Januar 2005 in Kraft. Sie bringen eine massive Verschlechterung der
Situation von Erwerbslosen und Lohnabhängigen.
Das Einkommen der
Erwerbslosen wird mit dem Arbeitslosengeld II (ALG II) generell auf 345 Euro
(West) und 331 Euro (Ost) abgesenkt. Eigene Ersparnisse, auch die der Partner/in
und die Altersvorsorge, müssen weitgehend aufgebraucht werden. Die Zumutbarkeit
wird weiter verschärft. Faktisch muss jede Arbeit an jedem Ort angenommen
werden, auch Jobs im Niedrigstlohnbereich und gemeinnützige Arbeit. Frauen sind
von diesen Verschlechterungen wieder einmal besonders
betroffen.
Diese Gesetze sind nicht nur ein
massiver Angriff auf die Einkommen der Erwerbslosen. Es wird damit zugleich eine
Drohkulisse gegen alle aufgebaut, die noch Arbeit haben. Sie sollen Lohnkürzung,
Arbeitszeitverlängerung, Urlaubsstreichung usw. im voraus eilenden Gehorsam
akzeptieren, um Entlassungen und den damit verbundenen Absturz in die Armut zu
vermeiden.
Es ist eine Lüge der "großen
Koalition" der Sozialkahlschlagsparteien, dass diese "Reformen" Arbeitsplätze
schaffen. Sie zielen auf die Ausdehnung des Niedriglohnsektors, um so die
angestrebte allgemeine Senkung des Lohnniveaus durchzusetzen. Die Hartz- Gesetze
sind Teil des umfassenden Umverteilungsprozesses, der unter dem Stichwort Agenda
2010 vor allem von Großunternehmen vorangetrieben wird. Vom wachsenden
gesellschaftliche Reichtum profitieren fast ausschließlich die Geld- und
Kapitalbesitzer/innen. Dabei verfügen in Deutschland schon heute 365000
Millionäre über ein Viertel des Geld- und den Großteil des Produktivvermögens.
Die unteren 50% besitzen gerade mal 4,5% des
Vermögens.
Der Druck der Konzerne zum Abbau der
Löhne und jeder sozialen Absicherung wird bestehen bleiben, da es keine Grenze
für deren Profitgier gibt, außer unserem Widerstand gegen diese Politik. Ohne
diesen stehen alle sozialen Errungenschaften auf dem Spiel, die die
Arbeiter/innenbewegung in jahrzehntelangen Kämpfen mühsam errungen
hat.
Für einen heißen
Herbst!
Diesem Sozialraub müssen wir nun entschiedenen Widerstand
entgegen setzen.
Schon bisher beteiligten sich Hunderttausende
an Demonstrationen gegen die Agenda 2010, Student/innen streikten, Arbeitslose
protestierten, Rentner/innen meldeten sich laut mit großen Kundgebungen zu Wort
und in Betrieben gab es Warnstreiks gegen Arbeitszeitverlängerung. Ein Beispiel
für viele unsichtbare Kämpfe: bei Neoman in Salzgitter kippte eine betriebliche
Basisinitiative den Sozialplan und setzte eine kollektive Regelung gegen
Entlassungen durch.
Das alles reicht noch nicht aus, sorgen wir
gemeinsam dafür, dass die Agenda 2010 fällt!
Wir lehnen die
weltweite Standortkonkurrenz und rassistische Ausgrenzungspolitik ab. Wir
streben eine Wirtschaftsordnung an, die sich nach den Bedürfnissen der Menschen
richtet und unser Leben nicht dem Profitstreben
unterwirft.
Deshalb demonstrieren wir am 6. November zur Zentrale
der Bundesagentur für Arbeit:
* weil sie bei der Durchsetzung der
Hartz-Gesetze eine zentrale Rolle spielt
* weil sie durch die
Privatisierung der Vermittlung (PSA) der Wirtschaftskriminalität und Ausbeutung
Vorschub leistet
* weil die Stadt Nürnberg als Teil eines
Pilotprojektes bei der Umsetzung des ALG II eine Vorreiterrolle einnimmt
* weil die Bundesagentur ein wesentlicher Bestandteil im
Gesamtkonzept der Agenda 2010 ist,
* als ein Teil einer
bundesweiten Herbstkampagne, die von einem breiten Spektrum von Sozialverbänden
bis zu antikapitalistischen Gruppen vorbereitet
wird.
Wir fordern die Rücknahme der Agenda 2010,
den Stopp des Sozial-, Bildungs- und Lohnabbaus - Nein zu Hartz
IV!
Wir leisten Widerstand und setzen uns für
eine Welt ein, in der Ausbeutung und Unterdrückung der Vergangenheit
angehören!
Aufruf des Nürnberger Sozialforums
»21:08 »1
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von: oxymoron
Geändert
am 28. Oktober 2004 um 21:09
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