Katja Krüger, 41, trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift: "Pass auf, Yuppie, die Luft brennt." Der Spruch ist programmatisch für die Situation der Yorckstraße 59. Krüger vom Hausverein "Färbung" steht am Mittwochnachmittag im Bürgeramt des Bezirksrathauses Friedrichshain-Kreuzberg. Sie spricht zu rund 70 Aktivisten und irritierten Zuschauern. Krüger erklärt das Rathaus für besetzt: "Die Yorckstraße soll geräumt werden. Wir fordern eine politische Lösung für unser Wohnprojekt!" Jörg Schiltmann, 31, ein Bewohner des Hauses, fügt hinzu: "Wir werden nicht gehen, bevor uns nicht ein Räumungsstopp garantiert wird." Die Besetzer fordern Unterstützung vom Senat. Er soll auf den Hauseigentümer einwirken, die Yorckstraße 59 zu einem moderaten Preis an die Bewohner zu verkaufen.
In den Fenstern des Rathauses hängen Transparente mit der Aufschrift:
"Besetzt. Keine Räumung!" Unterstützt werden die Bewohner von anderen
Hausprojekten. Die Polizei ist bereits im Haus, noch beobachtet sie und wartet
ab. Katja Krüger überlegt: "Ob das eine friedliche Veranstaltung ist, weiß ich
nicht." Im Rathaus dürfen die Besetzer vorerst bleiben - zumindest zum
Redaktionsschluss gestern Abend. Ob ihnen auch die Yorckstraße 59 bleibt, ist
weiter unklar. JENNY KRAMER
LEONIE NITSCHE
taz Berlin lokal Nr. 7618 vom 18.3.2005, Seite 21, 45 TAZ-Bericht JENNY KRAMER/ LEONIE NITSCHE
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