Yorckstraße 59: Räumung in den nächsten fünf Wochen
Kreuzberg
Die Tage des alternativen Wohn- und Kulturprojekts "Yorck 59" scheinen endgültig gezählt. Wie Bürgermeisterin Cornelia Reinauer (PDS) gestern bestätigte, will der Hauseigentümer, ein Hamburger Geschäftsmann, das von der Initiative genutzte Haus an der Yorckstraße 59 in den nächsten fünf Wochen unter Polizeischutz räumen lassen. Eine entsprechende Ankündigung, die sie telefonisch bereits vor einer Woche vom Eigentümer erhalten habe, sei am Freitag von dessen Berliner Verwalter erneuert worden. Alle Kompromißversuche, für die sich Reinauer in den vergangenen Monaten stark engagiert hatte, seien somit gescheitert. "Es wird nichts mit einem Tauschobjekt, und der Eigentümer ist auch zu keinem Moratorium für das Projekt mehr bereit", sagte Reinauer. Gescheitert sind damit offenbar auch Vermittlungsversuche von Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD), der sich am Freitag persönlich in den Konflikt eingeschaltet hatte. Knapp 100 Bewohner und Sympathisanten des Hausprojekts hatten an dem Tag das Kreuzberger Rathaus besetzt, um noch eine Räumung abzuwenden.
Laut Reinauer will sich Körting nun um ein Ersatzobjekt aus Beständen des Liegenschaftsfonds bemühen, das dann dem seit 1989 bestehende linksalternativen Wohnprojekt zum Kauf angeboten wird. Derzeit leben nach Angaben der Initiative 60 Menschen, darunter zehn Kinder, in dem Hinterhaus an der Yorckstraße 59. Nach Auseinandersetzungen über die Mietzahlungen hatte der neue Eigentümer im Dezember 2004 vor Gericht einen Räumungstitel erwirkt.
Am Montag will Körting erneut mit Vertretern des Wohnprojekts über einen friedlichen Auszug aus der Yorckstraße 59 sprechen.
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