Yorck59-Aktion am Abgeordnetenhaus Berlin
von - 15.04.2005 18:24
Her mit der politischen Lösung
Transpi+Luftballons
Schnell wird für Recht und Ordnung gesorgt...
...und ein weiter YorckTranspi in Bullenhand
komplettes Gebäude Abgesperrt
Yorck59 rockt!^
Am Donnerstagnachmittag gab es neben der 66. Sitzung des Abgeordnetenhauses Berlin auch eine kleine fixe Aktion davor: UnterstützerInnen der Yorck59 (
http://www.yorck59.net/) entfalteten ein
Transpi mit der Aufschrift "Keine Räumung - Nie!", entließen Luftballons in den warmen Frühlingsnachmittag und verteilten Flugis.
Die Polizei war erwartungsgemäß schnell zur Stelle und sicherte das Transpi und die Personalien seiner TrägerInnen. Vor dem Aufblasen weiterer Luftballons mit Aussagen wie "Yorck59 bleibt" und "Räumung ist keine Privatsache" wurde ausdrücklich gewarnt, selbst das Lesen bestimmter Druckerzeugnisse (Bild 5) wurde als politische Aussage gewertet. Insgesamt nicht so gut gelaunte PolizistInnen.
Eigentlich sollte diese Aktion im Innern des Abgeordnetenhauses stattfinden, doch wegen der "erhöhten Sicherheitslage" war der Öffentlichkeit der Zugang zum Parlament verwehrt. Das komplette Parlamentsgebäude war mit hohem personellem Aufwand von Sicherheitskräften und Polizei verriegelt. Wir können nur vermuten, dass Angst vor allzu kritischen Menschen bestand, welche die Aufforderungen zur politischen Teilhabe zu wörtlich nehmen könnten.
Dennoch schafften es 3 UnterstützerInnen der Yorck59, ins Gebäude zu gelangen und die von den PolitikerInnen versprochene Unterstützung einzufordern.
Der Flugi-Text:
Yorck59 bleibt - Marc Walter geht! ...
und das ist auch gut so! Her mit der politischen Lösung!
Mit dem Projekt Yorck59 in der Kreuzberger Yorckstr. 59 ist eines der größten und ältesten Berliner Hausprojekte akut von der Räumung bedroht. Die 60 BewohnerInnen und zahlreichen politischen und kulturellen Initiativen der Yorck 59 setzen sich seit Monaten für ihren langfristigen Erhalt ein:
- für bezahlbares und kollektives Wohnen,
- für Arbeitsräume für politische, soziale und kulturelle Projekte
- für nicht-kommerzielle Veranstaltungsräume
Das alles wird in Häusern wie der Yorck59 seit 1988 selbst organisiert, während der Senat meint, für kulturelle und soziale Projekte kein Geld mehr zu haben. Der Eigentümer Marc Walter hatte 2003 in einem zwielichtigem Kaufprozess die Yorckstr. 59 erworben, obwohl die BewohnerInnen zuvor ein klares Kaufinteresse geäußert hatten. Mit diversen Schikanen und seiner Forderung nach 100%iger Mieterhöhung hat er seitdem bewußt auf eine Verdrängung des Projekts hingearbeitet. Eine politische Lösung für die Yorck59 muss her! Wir rufen das Berliner Abgeordnetenhaus dazu auf, sich für den Erhalt des Projekts einzusetzen:
Konkret fordern wir:
Ein politisches "Ja" für einen Immobilien-Ringtausch mit dem Eigentümer Marc Walter, dem Liegenschaftsfond und dem Projekt Yorck 59. In der Vergangenheit hat der Senat bedrohten sozialen Projekten mit solchen Tauschgeschäften den Erhalt gesichert. 2. Ein deutliches Zeichen in Richtung Marc Walter, dass er sich gegen die Interessen einer "Sozialen Stadt Berlin" richtet, wenn er an seiner Räumungsdrohung, dem völlig überhöhten Verkaufspreis von 2,5 Mio Euro für die Yorck 59 und den zahlreichen Klagen gegen das Projekt festhält.
Bisher haben uns einzelne Abgeordnete, Senatsmitglieder und der Bezirk Kreuzberg/Friedrichshain ihre Unterstützung zugesagt. Jetzt muss eine konkrete Lösung her!
Yorck59 bleibt!
Homepage:: http://www.yorck59.net ¦
