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(Charlottenburg) Räumung der Mommsenstr. 9

von Polizeieinheit 5918.05.2005 16:14
 
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BildAm heutigen Tag gegen 12.30 Uhr räumte die Berliner Polizei Einheit 59 mit einer knappen Hundertschaft eine Wohnung im 4. Stock der Momsenstr.9, Berlin-Charlottenburg. Wegen Gefahr im Vollzug war gegen den dort ansässigen Geschäftsmann Marc Walter ein Räumungstitel erwirkt worden. 

Dieser hätte als Hauseigentümer eine Räumung des Hausprojekts Yorck59, angekündigt für den 30. Mai, zu verantworten. Mit der Präventivräumung Walters am heutige Tage, könnte diese Gefahr für die öffentliche Ordnung gebannt sein.
Nach Angaben der Einsatzleitung musste Marc Walter bereits vor dem Einsatz der Einheit 59 informiert gewesen sein. Er hatte seinen Geschäftsfreund Boris Gregor Marweld zur Unterstützung ins Haus geholt, um eine Räumung zu verhindern. Auch nach einer dritten Aufforderung weigerten sich Walter und Marweld das Haus freiwillig zu verlassen. Lauthals protestierten sie gegen ihre Räumung. Walter kündigte eine Dienstaufsichtsbeschwerde an, man könne ihn doch nicht räumen, nur weil er in den nächsten Tagen veranlassen wird, dass 60 MieterInnen (darunter 12 Kinder) aus ihrem 16-jährigen Projekt geräumt werden. Das Recht habe er auf seiner Seite. Der cholerische Hausverwalter Marweld begann stur zu skandieren: „Häuser denen, die sie bezahlen können!“
Laut Polizeibericht leistete Marweld Widerstand gegen die Staatsgewalt, während Walter vergeblich versuchte, mit seienm Anwalt kontakt herzustellen. Beide mussten gewaltsam geräumt werden. Auf der Straße stellte die Polizei laut ihre Personalien fest. Einige Charlottenburger Passantinnen und Passanten verfolgten diesen polizeilichen Zugriff entsetzt. Doch zu Akten der Zivilcourage kam es ihrerseits nicht. Noch bevor die lokalen Polizeikräfte nachkommen konnten, war die Einheit 59 mit Walter und Maweld im Gewahrsam schon abgerückt.
Nicht zum ersten Mal überließ Walter seinem Verwalter Marweld die konkrete Drecksarbeit. Gregor Marweld ist in Polizeikreisen dafür bekannt, dass er als Hausverwalter der Yorck59 einen Bewohner des Hauses tätlich angegriffen hat. Außerdem gilt er als Drahtzieher diverser Sabotageakte vor Ort, wie zuletzt dem Kappen der gesamten Wasserzufur zum Hinterhaus. Marc Walter hingegen hatte sich bis zum heutigen Tag versucht, bedeckt im Hintergrund zu halten. Aus dieser Deckung heraus verweigerte er jedoch seit mehreren Monaten Verhandlungen mit dem Projekt Yorck59. Mit seinem völlig überhöhten Verkaufsangebot von 2,5 Mio. Euro blockiert Walter eine politische Lösung. Ob er nun nach seiner eigenen Räumung davon abrücken wird, bleibt unklar.